Am 16. Mai 2008 hat das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin den Bauauftrag für den Neubau zum
Schiffshebewerk Niederfinow Nord vergeben. Der Zuschlag
wurde auf das Angebot der "Bietergemeinschaft Neues
Schiffshebewerk Niederfinow" unter Federführung der
Bilfinger Berger AG erteilt. Der Bietergemeinschaft gehören weiter: die DSD Brückenbau GmbH,
die Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG und die Siemag GmbH an.
Die geplante Bauzeit für das neue Schiffshebewerk beträgt fünf
Jahre, die Baukosten für die Gesamtanlage liegen bei rd. 285 Mio.
Euro und werden durch den Bund finanziert.
Seit Mitte Februar 2009 wird die Baugrubenumschließung für das
neue Schiffshebewerk hergestellt. Es werden 217 Träger und 214
Zwischenbohlen in den Baugrund eingebracht. Die Träger haben eine
Länge von ca. 22 m und wiegen einzeln etwa 5,7 Tonnen. Die
Rüttelarbeiten für die Baugrube werden voraussichtlich bis Ende
April andauern.
Im Sommer 2008 wurde das Baufeld westlich der Landstraße L29 hergerichtet.
Der Mutterboden wurde abgetragen und für die Wiederverwendung vorbereitet.
Wie aus der Presse bekannt, wurden in diesem Zusammenhang einige
Ameisenvölker umgesiedelt.
In 2007 wurde für die Versorgung des Hebewerkes eine Trafostation
errichtet, sie wird auch die Baustelle mit Baustrom versorgen. Der
Wald auf dem Gelände wurde im Winter 2006/07 gefällt, das Holz
verkauft und anschließend wurden die Wurzelstöcke gerodet. Die
Gebäude westlich der L 29 wurden 2006 abgebrochen.
Das neue Hebewerk wird 133 m lang, 55 m hoch und stehen wird es
zwischen dem vorhandenen Hebewerk und der alten Schleusentreppe.
Damit können zukünftig 115 m lange und 11,45 m breite Fahrzeuge Niederfinow passieren.
Sein Trog erhält eine nutzbare Länge von 115 m, Breite von 12,5 m
und eine Trogwasser-Tiefe von 4 m. Wassergefüllt wiegt er 9.800 t. Dieses Gewicht wird durch Gegengewichte
ausgeglichen, so dass für den Antrieb 4 Maschinen einer
installierten Leistung von insgesamt rd. 1.280 kW ausreichen.
Eine 65,5 m lange Kanalbrücke verbindet das Hebewerk mit dem
oberen Vorhafen.
Am 26.04.2002 wurde das geplante Bauvorhaben offiziell der
Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Zuge des Abbruchs der Gebäude auf dem Gelände des neuen
Hebewerks wurde auch das für den Bau des Hebewerkes errichtete
Krafthaus zurückgebaut. Das Amt Britz/Chorin hat die
Dieselaggregate aus dem Krafthaus übernommen und sie in sein
neues Touristen-Informationszentrum integriert.
Die Dieselaggregate und weitere interessante Teile des Krafthauses können
ab dem Frühjahr 2009 besichtigt werden.
Grundstein für den Neubau des Schiffshebewerks Niederfinow Nord gelegt
Am 23.03.2009 haben Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Ministerpräsident Matthias Platzeck
den Grundstein für das neue Schiffshebewerk Niederfinow gelegt.
Mit einem Investitionsvolumen von rd. 285. Mio € entsteht in
Niederfinow bis zum Jahr 2014 ein neues Schiffshebewerk der
europäischen Wasserstraßenklasse V. Der Neubau ist dringend
erforderlich, weil das alte Schiffshebewerk aus dem Jahr 1934 bald
das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Um die Funktion der
Havel-Oder-Wasserstraße aufrechtzuerhalten, muss es daher
planmäßig durch einen Neubau ersetzt werden. Gleichzeitig wird
mit dem Neubau ein maßgeblicher Engpass auf der einzigen
transeuropäischen Ost-West-Wasserstraßen-Verbindung zwischen
Szczecin und Duisburg (über Berlin, Magdeburg, Hannover und
Münster) beseitigt.
| . |
| nutzbare
Abmessungen |
Schiffshebewerk
Niederfinow, 1934 |
Schiffshebewerk
Niederfinow Nord, 2014 |
| Länge |
82
m |
115
m |
| Breite |
9,50
m |
11,45
m |
| Durchfahrtshöhe |
4,00
m |
5,25
m |
| Abladetiefe |
2,00
m |
2,80
m |
| Typschiff |
Europaschiff |
Großmotorgüterschiff |
| Wasserstraßen-Klasse |
IV |
V |
| Ladung/Schiff |
bis
1.000 t |
bis
2.300 t |
| Container/Schiff |
27
TEU |
104
TEU |
Die tatsächlich nutzbaren Parameter sind abhängig vom Verlauf des
parallel vorangetriebenen Streckenausbaus an der Havel-Oder-Wasserstraße.
Mit Inbetriebnahme des neuen Hebewerks im Jahr 2014 kann auf der
Relation Berlin - Szczecin bereits durchgängig eine
Brückendurchfahrtshöhe von 4,50 m angeboten und der Verkehr mit
11,45 m breiten Großmotorgüterschiffen zugelassen werden. Das
alte Hebewerk wird solange weiter betrieben, bis das neue Hebewerk
störungsfrei funktioniert, solange es das Verkehrsaufkommen
erfordert und solange der Weiterbetrieb wirtschaftlich darstellbar
ist. Danach wird es stillgelegt und bleibt als herausragendes
Technikdenkmal erhalten.
Im Ergebnis umfassender
internationaler Recherchen haben sich die verantwortlichen
Ingenieure dafür entschieden, auch für den Neubau des zweiten
Hebewerks die gleichen Antriebs- und Sicherheits- Prinzipien wie
für das alte Hebewerk von 1934 einzusetzen. Die äußeren
Abmessungen des neuen Hebewerks betragen: Länge: 133,20 m,
Breite: 46,60 m, Höhe: 55,95 m, Länge der Kanalbrücke 65,50 m.
Nach Angaben des Wasser- und
Schifffahrtsamtes Eberswalde passierten im Jahr 2008 5.172
Güterschiffe, 4.236 Fahrgastschiffe und 3.901 Freizeitboote das
alte Schiffshebewerk. Der Güterdurchgang ist gegenüber 2007 um
rd. 15 % gestiegen und lag im Jahr 2008 bei 2.225.590
Gütertonnen. Das neue Schiffshebewerk wurde auf einen Bedarf von
4.400.000 t Güterdurchgang pro Jahr ausgelegt. |
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